Spannende Erkenntnisse aus unserem Design-Thinking Workshop

Im Rahmen der Fläminger Kreativsause in Bad Belzig führte das SAFIRA-Projektteam am 09.08.2022 durch einen Design-Thinking Workshop. In einem interaktiven Format wurde den Teilnehmenden zunächst das Projekt vorgestellt und die zugrunde liegende Technik der Fahrgastzählung präsentiert. In weiterer Folge sollten auch neue Erkenntnisse gewonnen werden, in dem die Teilnehmenden in einem World-Café ihre eigene Meinung zu projektbezogenen Themen darbieten konnten. Das World-Café beinhaltete 3 Diskussionstische, an denen jeweils Gruppen von 7-9 Personen über ein bestimmtes Thema diskutierten.

Am ersten Tisch ging es um die Frage, ob für die Teilnehmenden eine Vorab-Information, wie voll ein öffentliches Verkehrsmittel wird, interessant ist. Weiterhin wurde diskutiert, ob die Teilnehmenden ihr Fahrverhalten an eine solche Information anpassen würden, in dem sie beispielsweise eine spätere Verbindung nehmen oder eine andere Route wählen. Das Fazit: Eine Auslastungsinformation für den ÖPNV ist grundsätzlich interessant. Es spielen jedoch mehrere Faktoren eine Rolle. Insbesondere die Frage, ob die zusätzliche Fahrt- oder Wartezeit sinnvoll genutzt werden kann, ist in diesem Kontext relevant. Auch der Grund der Reise spielt eine Rolle. Besonders bei Freizeitfahrten ohne Zeitdruck herrscht eine höhere Bereitschaft das Fahrverhalten anzupassen. Die Frage, ob zusätzliches Gepäck oder ein Fahrrad mitgenommen werden könnte, ist ebenfalls relevant. Sehr wichtig fanden die Teilnehmenden den Punkt, ob eine Auslastungsinformation zuverlässig ist und ob das Ziel auch mit einer alternativen Verbindung pünktlich erreicht werden kann. Betont wurde jedoch auch, dass eine Auslastungsinformation kein Ersatz für eine unzureichende Infrastruktur ist.

Am zweiten Tisch diskutierte die Gruppe, ob Auslastungsinformationen auch für andere Bereiche sinnvoll nutzbar sind. Unter anderem wurde erwähnt, dass es für die Gastronomie, insbesondere in Bahnhofsbereichen interessant ist, zu wissen, zu welchen Zeiten viele Personen mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Diese Information kann für die Angebots- und Personalplanung genutzt werden. Auch für die Sicherheitsplanungen bei Großveranstaltungen kann die Information sowohl für Sicherheitskräfte als auch für Besuchende relevant sein. Als weiterer Punkt wurde die Anschlussmobilität genannt. Car- oder Bikesharing-Anbieter könnten ihr Angebot an die Auslastung anpassen. Grundsätzlich wären auch weitereichende Änderungen wie Anpassungen von Schul- oder Arbeitszeiten denkbar. Alles in Allem fanden die Teilnehmenden eine branchenübergreifende Nutzung der Auslastungsinformation sehr sinnvoll.

Am dritten Tisch befragte das Projektteam die Gruppe, ob sie bei einer Fahrgastzählung, die unter Umständen per Videoerfassung erfolgt, Bedenken bezüglich des Datenschutzes hätten. Grundsätzlich wurde es kritisch gesehen, dass ein Mehrwert für die Betreiber besteht. Unsicherheiten bestehen darüber, wie und wofür die Daten genutzt werden und ob bei einem Regierungswechsel, der Schutz der Daten weiter gewährleistet wird. Vor allem bei Bilddaten gibt es Bedenken, da die Teilnehmenden nicht-personalisierte Reiseprofile bevorzugen. Ein wichtiger Schritt zur Akzeptanz der Fahrgastzählung wären beispielsweise Informationen über die Datenverarbeitung an Bahnhöfen sowie zielgruppengerechte Kommunikations- und Aufklärungsmaßnahmen.

Insgesamt konnte das Projektteam durch den aktiven Austausch und die hohe Diskussionsbereitschaft der Teilnehmenden des Workshops interessante Erkenntnisse zu den verschiedenen Themen gewinnen. Die Ergebnisse sind für das Projekt von hohem Wert und können in den weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen berücksichtigt werden.

Vielen Dank für eure Teilnahme!

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